Streuprotokoll & Räumbuch: Was hineingehört
Pflichtangaben, eine Vorlage zum Übernehmen und die häufigsten Fehler, an denen ein Protokoll im Streitfall scheitert.
Wozu ein Streuprotokoll dient
Ein Streuprotokoll – auch Räumbuch oder Streubuch genannt – hält fest, wann, wo und wie der Winterdienst tätig war. Eine allgemeine gesetzliche Pflicht dazu gibt es in der Regel nicht. Viele Winterdienstverträge verlangen es aber, und vor allem ist es das wichtigste Beweismittel, wenn nach einem Sturz die Frage gestellt wird, ob die Räum- und Streupflicht erfüllt wurde.
Entscheidend ist dabei nicht die Form, sondern ob das Protokoll im Nachhinein glaubwürdig ist: vollständig, zeitnah geführt, nachvollziehbar – und mit Bezug zur tatsächlichen Wetterlage.
Pflichtangaben für jeden Eintrag
- Datum und Uhrzeit von Beginn und Ende des Einsatzes
- Standort und Fläche (Adresse, Teilfläche, z. B. "Gehweg Nord", "Parkplatz P2")
- Maßnahme: Kontrolle, Räumen, Streuen oder Kombination
- Streumittel und Menge (z. B. Splitt, Salz, Sole) – kommunale Vorgaben zu Auftausalz beachten
- Ausführende Person bzw. Fahrzeug
- Wetterlage: Temperatur, Niederschlag, Bodenzustand (trocken, nass, Reif, Schnee, Eis)
- Besonderheiten: Hindernisse, abgestellte Fahrzeuge, erneuter Schneefall, Nachkontrolle geplant
Vorlage zum Übernehmen
Diese Spalten können Sie direkt in Ihr Räumbuch, eine Tabelle oder Ihre Einsatz-App übernehmen:
| Datum | Von–Bis | Standort / Fläche | Maßnahme | Streumittel / Menge | Wetter / Boden | Name |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 12.01. | 05:40–06:15 | Hauptstr. 4, Gehweg + Eingang | Räumen, Streuen | Splitt, ca. 20 kg | -3 °C, 4 cm Neuschnee | M. K. |
| 12.01. | 11:30–11:40 | Hauptstr. 4, Gehweg | Kontrolle | – | +1 °C, trocken, keine Glätte | M. K. |
Die Beispielzeilen dienen der Veranschaulichung. Wichtig ist, dass auch Kontrollen ohne Einsatz dokumentiert werden – sie belegen, dass die Fläche überwacht wurde.
Typische Fehler
- Nachträgliches Ausfüllen: Einträge am Wochenende "aus dem Gedächtnis" oder gesammelt am Monatsende sind leicht angreifbar.
- Pauschale Angaben: "Täglich geräumt" ohne Uhrzeit ist im Streitfall kaum etwas wert.
- Geschätzte Wetterwerte: Temperatur nach Gefühl oder vom Autothermometer ist kein belastbarer Messwert.
- Lücken: fehlende Einträge an Feiertagen, nachts oder bei Personalausfall.
- Unleserliche oder überschriebene Einträge: Korrekturen sollten nachvollziehbar sein, nicht überklebt oder geschwärzt.
Warum die Wetterlage automatisch erfasst werden sollte
Die Spalte "Wetter" ist die schwächste Stelle fast jedes Räumbuchs: Sie wird geschätzt, vergessen oder erst später ergänzt. Gleichzeitig ist sie im Streitfall die wichtigste, denn sie beantwortet, ob die dokumentierte Maßnahme ausreichte.
Eine automatische, standortgenaue Wetteraufzeichnung trennt beides sauber: Ihr Team dokumentiert die Einsätze, die Wetterdaten laufen unabhängig davon stündlich und unveränderbar mit. Beides zusammen ergibt ein vollständiges Bild – auch für die Stunden, in denen niemand vor Ort war.
Den Wetterteil Ihres Räumbuchs automatisieren
Wetterlog zeichnet für jeden Standort stündlich Temperatur, Niederschlag, Schnee, Luftfeuchte und Wind auf und verkettet die Datensätze kryptografisch. Im Ernstfall exportieren Sie den passenden Zeitraum als PDF oder CSV und legen ihn neben Ihr Räumbuch.
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FAQ
Ist ein Streuprotokoll gesetzlich vorgeschrieben?
In der Regel nicht allgemein. Verträge und Auftraggeber verlangen es aber häufig, und im Schadensfall ist es das zentrale Beweismittel.
Was gehört in ein Räumbuch?
Datum, Uhrzeit, Standort, Fläche, Maßnahme, Streumittel, Person und die Wetterlage zum Zeitpunkt des Einsatzes.
Muss eine Kontrolle ohne Einsatz notiert werden?
Ja. Eine dokumentierte Kontrolle mit dem Vermerk "keine Glätte" ist im Streitfall oft genauso wertvoll wie ein Streueinsatz.
Diese Seite bietet einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.